Dengue-Fieber
Was ist Dengue?
Das Dengue-Fieber ist eine Virusinfektion, die durch Stechmücken übertragen wird und vor allem in den Tropen und Subtropen vorkommt, dort gehört es zu den häufigsten Infektionskrankheiten.
Das Virus wird durch tagaktive Mücken der Gattung Aedes (vor allem Aedes aegypti, seltener Aedes albopictus) übertragen. Nach einem Stich kann sich die Mücke infizieren und das Virus beim nächsten Stich an ein weiteren Menschen übertragen.
Eine direkte Übertragung von Mensch zu Mensch findet nicht statt.
Risikogebiete:
- Südostasien (z. B. Thailand, Indonesien, Philippinen, Vietnam)
- Lateinamerika
- Karibik
- Teile Afrikas und des Pazifikraums
Auch in Europa wurden in den letzten Jahren vereinzelt lokale Ausbrüche gemeldet – vor allem im Mittelmeerraum (z. B. Südfrankreich, Italien, Spanien), wo sich die asiatische Tigermücke inzwischen etabliert hat.
Symptome
- Nach der Ansteckung dauert es meist 4–10 Tage, bis erste Beschwerden auftreten
- Plötzlich hohes Fieber
- Starke Kopf-, Muskel- und Gelenkschmerzen („Knochenbrecherfieber“)
- Schmerzen hinter den Augen
- Übelkeit, manchmal Erbrechen
- Hautausschlag, der an Masern erinnern kann
- Starke Erschöpfung
- In vielen Fällen heilt die Krankheit innerhalb von etwa einer Woche ab
Schwere Verläufe
In seltenen Fällen kann es zu einer gefährlichen Form kommen, dem sogenannten schweren Dengue (Dengue-hämorrhagisches Fieber oder Dengue-Schock-Syndrom).
Dabei kann es zu starken Blutungen, Kreislaufversagen und Organversagen kommen. Das Risiko für einen schweren Verlauf ist besonders hoch, wenn jemand bereits früher mit einem anderen Dengue-Typ infiziert war.
Warnzeichen für einen schweren Verlauf (ärztliche Kontrolle dringend erforderlich):
- Starke Bauchschmerzen oder anhaltendes Erbrechen
- Blutungen (z. B. aus Nase oder Zahnfleisch)
- Schwindel, Blässe, Unruhe oder Bewusstseinsveränderungen
Vorbeugung und Schutz
Mückenschutz
- Da es keine spezielle Therapie gegen das Virus gibt, ist Vorbeugung entscheidend:
- Lange, helle Kleidung tragen
- Mückenschutzmittel mit DEET oder Icaridin verwenden
- Fenster mit Fliegengittern sichern
- Stehendes Wasser vermeiden (z. B. in Blumentöpfen, Eimern, Regenfässern)
- Tagsüber, vor allem morgens und nachmittags, besonders auf Schutz achten
Impfung gegen Dengue
Es existieren zwei Impfstoffe gegen das Dengue-Fieber – Qdenga® (TAK-003) und Dengvaxia® (CYD-TDV).
In Europa spielt derzeit vor allem Qdenga® eine Rolle.
Qdenga® (TAK-003):
In der EU seit Dezember 2022 zugelassen, von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlen
Art: Lebendimpfstoff
- Es werden zwei Impfungen subkutan (s.c.) im Abstand von (mindestens) drei Monaten verabreicht
- die Impfung verringert das Risiko für eine Erkrankung deutlich und schützt besonders gut vor schweren Verläufen
- Empfohlen für Personen ab 4 Jahren, die in Gebieten mit häufigem Dengue-Vorkommen leben oder dorthin reisen.
- die Impfung kann sowohl bei Menschen angewendet werden, die schon einmal Dengue hatten, als auch bei denen, die noch nie infiziert waren
- Nebenwirkungen: Meist mild – z. B. Schmerzen an der Einstichstelle, Kopfschmerzen, leichtes Fieber oder Müdigkeit
Dengvaxia® (CYD-TDV):
- Empfehlung: für die meisten Reisenden ist Qdenga® der relevante Impfstoff
Ob für Sie eine Impfung in Frage kommt und indiziert ist, sollte in einer individuellen Impfberatung geklärt werden. Bitte wenden Sie sich dafür an Ihre reisemedizinische Beratungsstelle!
Chikungunya-Fieber
Was ist Chikungunya?
Chikungunya ist eine Virusinfektion, die durch das Chikungunya-Virus (CHIKV) verursacht wird. Der Name stammt aus der Sprache der Makonde in Ostafrika und bedeutet etwa „der, der sich krümmt“ – ein Hinweis auf die starken Gelenkschmerzen, die typisch für die Erkrankung sind. Das Virus gehört zur Familie der Togaviridae (Gattung Alphavirus). Es wurde erstmals 1952 in Tansania entdeckt und hat sich seitdem in vielen Regionen der Welt ausgebreitet.
Übertragung
Das Virus wird durch Stiche bestimmter Stechmückenarten übertragen – vor allem durch die Aedes aegypti und Aedes albopictus (Tigermücke). Diese Mücken stechen tagsüber, besonders in den frühen Morgen- und späten Nachmittagsstunden.
Eine direkte Übertragung von Mensch zu Mensch ist nicht üblich.
Risikogebiete
Chikungunya kommt heute in über 110 Ländern vor. Vor allem der Aufenthalt während eines Chikungunya-Ausbruchs stellt für Reisende in folgende Länder ein Risiko dar:
- Afrika, Süd- und Südostasien, Südamerika und Mittelamerika
- Karibikinseln
- In den letzten Jahren auch vereinzelt in Südeuropa (z. B. Italien, Frankreich, Spanien)
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnt, dass sich die Mücken durch den Klimawandel auch in neuen Regionen ausbreiten könnten.
Symptome
Die Erkrankung beginnt meist 2 bis 12 Tage nach dem Mückenstich. Typische Symptome sind:
- Plötzliches hohes Fieber
- Starke Gelenkschmerzen, oft an Händen, Füßen, Knien oder Handgelenken
- Muskelschmerzen, Kopfschmerzen und starke Müdigkeit
- Hautausschlag (meist rötlich und fleckig)
- Gelegentlich Übelkeit oder leicht geschwollene Gelenke
In der Regel klingen die Symptome nach 1–2 Wochen ab. Bei manchen Betroffenen können Gelenkschmerzen aber monatelang anhalten.
Schwere Verläufe
Schwere Krankheitsverläufe sind selten, können aber bei folgenden bestimmten Personengruppen auftreten:
- Neugeborenen, wenn sich die Mutter kurz vor der Geburt infiziert
- Älteren Menschen
- Personen mit chronischen Erkrankungen (z. B. Herz-, Nieren- oder Stoffwechselerkrankungen)
- In sehr seltenen Fällen kann es zu Entzündungen im Gehirn, Herz oder Augen kommen
- Todesfälle sind äußerst selten
Vorbeugung und Impfung
Mückenschutz: Da das Virus durch Mücken übertragen wird, ist Mückenschutz die wichtigste Maßnahme!
- Lange, helle Kleidung tragen
- Insektenschutzmittel (Repellents) verwenden
- Moskitonetze und Fliegengitter nutzen
- Stehendes Wasser vermeiden (z. B. in Blumentöpfen oder Eimern), da dort Mücken ihre Eier ablegen
Impfung
Seit 2024 gibt es erstmals zugelassene Impfstoffe gegen Chikungunya.
IXCHIQ® (Valneva SE)
- Art: lebend-attenuierter Impfstoff
- Zulassung: seit Juni 2025 in der EU auf dem Markt erhältlich, auch in den USA und Kanada zugelassen
- Alter: von 12 bis 59 Jahre
- Anwendung: einmalige Impfung
- Schutz: Bildung von Antikörpern gegen das Virus; verringert das Risiko einer Erkrankung deutlich
- Nebenwirkungen: meist mild (Schmerzen an der Einstichstelle, Fieber, Müdigkeit)
VIMKUNYA® (Bavarian Nordic)
- Art: Totimpfstoff
- Zulassung: seit Juni 2025 in der EU auf dem Markt erhältlich
- Alter: Ab 12 Jahren
- Anwendung: Einmalige Impfung
Wer sollte sich impfen lassen?
Die STIKO empfiehlt eine Impfung gegen Chikungunya für Personen ab 12 Jahren, die
- in ein Gebiet mit aktuellem Chikungunya-Ausbruchsgeschehen reisen oder
- die einen längeren Aufenthalt (> 4 Wochen) oder wiederholte Kurzzeitaufenthalte in ein Chikungunya-Endemiegebiet planen - bei zusätzlich erhöhtem Risiko für eine Chronifizierung oder einen schweren Verlauf der Erkrankung (z. B. ab einem Alter von 60 Jahren oder bei einer schweren internistischen Grunderkrankung)
- Personen mit beruflichem Risiko, die gezielt Tätigkeiten mit Chikungunya-Viren gemäß Biostoffverordnung ausüben (z. B. in Forschungseinrichtungen oder Laboratorien)
Ob für Sie eine Impfung in Frage kommt und indiziert ist, sollte in einer individuellen Impfberatung geklärt werden. Bitte wenden Sie sich dafür an Ihre reisemedizinische Beratungsstelle!
Gelbfieber
Was ist Gelbfieber?
Gelbfieber ist eine Virusinfektion, die durch das Gelbfiebervirus verursacht wird. Es gehört zur Familie der Flaviviren, zu der auch das Dengue-Virus zählt. Die Erkrankung kann mild verlaufen, bei schweren Verläufen beträgt die Sterblichkeit allerdings etwa 50%, insgesamt liegt bei symptomatischem Gelbfieber eine Sterblichkeit von etwa 20% vor, da das Virus Leber, Nieren und andere Organe angreifen kann. Typisch für einen schweren Verlauf ist eine Gelbfärbung der Haut und Augen (Gelbsucht), daher der Name „Gelbfieber“.
Übertragung
Das Virus wird durch den Stich infizierter Stechmücken übertragen, vor allem durch die Art Aedes aegypti (Stadtmücke).
Eine direkte Übertragung von Mensch zu Mensch ohne Mückenübertragung findet nicht statt.
Risikogebiete
Gelbfieber kommt ausschließlich in tropischen und subtropischen Regionen Afrikas und Südamerikas vor!
- Afrika: Weite Teile Zentral- und Westafrikas (z. B. Nigeria, Ghana, Kongo, Uganda)
- Südamerika: Besonders in Ländern wie Brasilien, Peru, Bolivien, Kolumbien
- In Asien tritt Gelbfieber bisher nicht natürlich auf, Reisende können es aber einschleppen
Laut WHO gibt es jedes Jahr schätzungsweise 200.000 Erkrankungen und bis zu 30.000 Todesfälle, vor allem in Afrika.
Die WHO empfiehlt eine Impfung für Reisen in alle Endemiegebiete.
Symptome
Die Inkubationszeit (Zeit von der Ansteckung bis zu den Symptomen) beträgt meist 3–6 Tage.
Die Krankheit verläuft typischerweise in zwei Phasen:
1. Frühphase („akute Phase“):
- Plötzliches Fieber, Schüttelfrost
- Kopfschmerzen, Muskelschmerzen (besonders im Rücken)
- Übelkeit, Erbrechen, allgemeines Krankheitsgefühl
- Diese Beschwerden halten meist 3–4 Tage an und bessern sich dann oft.
2. Toxische Phase (bei etwa 15 % der Betroffenen):
- Rückkehr des Fiebers nach kurzer Besserung
- Gelbsucht (Gelbfärbung der Haut und Augen durch Leberschädigung)
- Blutungen (z. B. aus Mund, Nase, Magen-Darm-Trakt)
- Nierenversagen oder Bewusstseinsstörungen
Etwa die Hälfte der Menschen mit dieser schweren Form versterben innerhalb von 10–14 Tagen, wenn keine intensivmedizinische Behandlung möglich ist.
Vorbeugung und Impfung
Mückenschutz
Da die Übertragung durch Mücken erfolgt, sind Schutzmaßnahmen entscheidend:
- Lange, helle Kleidung tragen
- Insektenschutzmittel auf Haut und Kleidung auftragen
- Schlafen unter Moskitonetzen
- Stehendes Wasser vermeiden
Impfung
Die Impfung ist der wirksamste Schutz vor Gelbfieber und wird von der WHO, STIKO und dem RKI empfohlen!
- Impfstoff: Stamaril® (Sanofi Pasteur)
- Art: Lebend-attenuierter Impfstoff (enthält abgeschwächte, nicht krankmachende Viren)
- Anwendung: Einmalige Impfung, intramuskulär oder subkutan
- Alter: Ab 9 Monaten zugelassen
- Schutzbeginn: Etwa 10 Tage nach der Impfung
- Wirksamkeit: Über 95 % der Geimpften entwickeln einen langanhaltenden Schutz
Impfpflicht und Einreisebestimmungen
Einige Länder verlangen bei der Einreise eine gültige Gelbfieber-Impfbescheinigung („Yellow Card“) – besonders, wenn man aus einem Risikogebiet einreist oder dort umgestiegen ist. Diese Bescheinigung gilt lebenslang, wird aber erst frühestens 10 Tage nach der Impfung gültig. Falls eine Impfung aus (medizinischen) Gründen nicht durchgeführt werden kann, kann ein Ausnahmezertifikat durch eine Gelbfieberimpfstelle ausgestellt werden. Allerdings kann es in manchen Fällen vorkommen, dass dieses nicht akzeptiert wird.
Ob für Sie eine Impfung in Frage kommt und indiziert ist, sollte in einer individuellen Impfberatung geklärt werden. Bitte wenden Sie sich dafür an Ihre reisemedizinische Beratungsstelle!
Quellen: EMA, WHO, RKI, AMBOSS, STIKO, CDC
